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Wer vor mehreren Jahren einmal von Mocambique, einem Land an der afrikanischen Ostküste, hörte, der erfuhr von politischen und militärischen Wirren und einer großen Not der Bewohner. In diesem Land hatte die verstorbene Schwester Irene aus dem Orden der Johannesschwestern in Leutesdorf ihre Aufgabe und ihren Lebensinhalt gefunden. Heute spricht man von anderen Unruhegebieten in Afrika, nur die Not der Bevölkerung besteht weiter.
Die Pfarrei St. Peter und Paul - Irlich bekam in diesen Tagen Besuch von Schwester Assuncao, die das Werk von Schwester Irene fortführt. Wer ihr eineinhalb Stunden zuhören durfte, konnte nur staunen, mit welcher Zuneigung und inneren Begeisterung sie von ihren Aufgabenfeldern berichtete, überzeugt davon, hier ihre Lebensaufgabe gefunden zu haben.
Geboren in Portugal wurde sie zur Kindergärtnerin ausgebildet, erhielt ein Stipendium und studierte Musik in Salzburg. Dort lernte sie fließend deutsch sprechen, kam aber auch mit Menschen aus den verschiedensten Kulturkreisen in Verbindung. Es keimte der Wunsch, sich für eine bessere Welt einzusetzen. In der Gemeinschaft der Leutesdorfer Johannesschwestern fand sie den passenden religiösen Rahmen und trat mit 29 Jahren in den Orden ein. 1995 geht sie nach Mocambique und gründet in der Nähe der Stadt Nampula im Norden des Landes ein soziales Zentrum, in dem sie heute fast tausend Kinder und Jugendliche betreut. Keimzelle war ein Kindergarten, in den Kinder der Umgebung aufgenommen wurden. Die Ausbildung der Kindergärtnerinnen musste sie selbst übernehmen, da es hierfür keine staatlichen Institutionen gibt. Einige Eltern können den für unsere Verhältnisse bescheidensten Beitrag bezahlen, für die anderen Kinder stellt die Schwester das Geld nicht nur für die Organisation, sondern auch für eine Grundausrüstung an Kleidung und Waschmitteln bereit. Es ist ihr besonders wichtig, dass es zwischen den Kindern auch im Äußeren keine trennenden Unterschiede gibt.
Viele Kinder erhalten zuhause nur eine Mahlzeit am Tag. Für sie (z. Zt. 240 Kinder des Kindergartens und der Volksschule) bietet sie ein kostenloses Frühstück an, das von ihren einheimischen Mitarbeitern zubereitet wird. Werden augenblicklich 150 Kinder im Kindergarten betreut, so bleiben die älter werdenden nicht sich selbst überlassen. Die staatlichen Schulen bieten meist 3 Stunden Unterricht am Tag, danach sind die Jugendlichen wieder sich selbst überlassen. 815 Schüler finden dann Aufenthalts- und Gestaltungsmöglichkeiten im Sozialen Zentrum. Sie werden während ihres Schulbesuchs auch finanziell betreut. Alles, was sie für die Schule brauchen, erhalten die Bedürftigen auf diesem Wege: u. a. Schulkleidung, fehlende Arbeitsmittel, im Rahmen einer Kindertagesstätte auch Angebote für Nachhilfe oder Kurse in praktischen Arbeiten wie Handarbeiten für die Mädchen und Stroharbeiten für die Jungen. Bei der Aufnahme in den Kindergarten interessiert sich die Schwester für die familiäre Situation. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 38 Jahren sind viele Kinder bereits Halbwaisen.
Kaum fassbar war für die Zuhörer die Tatsache, dass selten jemand von den Kindern und auch von den Müttern staatlich registriert ist. Er/sie ist damit rechtlich ohnmächtig und wehrlos. Schwester Assuncao ist es möglich, bei der Anmeldung im Kindergarten entsprechende Dokumente auszustellen, die auch die endgültige Namensgebung festlegen. Später wird sie jährlich in der Schule kontrollieren, ob alle Kinder in den Schullisten stehen und damit bei der Zuteilung der Schulbücher berücksichtigt werden.
Bei alledem wird zugleich die Beteiligung und Mitwirkung der Betroffenen erwartet und auch geleistet.
Das soziale Zentrum bietet weiterhin eine Bibliothek und unterstützt mittellose Kranke beim Bezahlen ihrer Medikamente.
Wie sehr sich Schwester Assuncao mit der einheimischen Bevölkerung identifiziert, zeigte sie bereits zu Beginn ihrer Ausführungen, als sie sich ein großes, mit geometrischen Motiven bedrucktes Tuch als Rock umband. Die Einheimischen nennen es Kapulana – ein Tuch in allen Lebenslagen, mit dem man z. B. auch ein Kind trägt. Wenn die Schwester äußerte, Deutsch sei ihre zweite Sprache, so kann sie sich natürlich in der Landessprache Portugiesisch aber auch in Macua, einer der vielen Stammessprachen, mit den Einwohnern verständigen, von denen viele Portugiesisch nicht gelernt haben. Kein Wunder, dass manche die Schwester auch als Mutter bezeichnen. Umgekehrt rührt es schon an, wenn einmal für jedes Kind ein Bonbon ausgeteilt wurde und Schwester Assuncao bemerkte, wie ein Kind das Bonbon teilte und dazu meinte: Die Hälfte nehme ich meinem Brüderchen mit. Der soziale Zusammenhalt der Familien ist stark ausgeprägt. Auch wenn immer wieder die Väter fehlen, so gibt es kaum Kinder, die in einem Kinderheim leben müssen.

Dieses Soziale Zentrum und damit die ganze Arbeit von Schwester Assuncao finanzieren sich aus Spenden und Patenschaften, die vor allem aus Deutschland und Portugal kommen. Jeder Euro wird ohne Abzüge oder Verwaltungsgebühren nach Nampula überwiesen und von der Schwester in der Höhe bestätigt. So sahen sich die anwesenden Paten bestätigt, die Arbeit auch weiterhin zu unterstützen und auch für weitere Patenschaften oder Spenden (z. B. anlässlich eines runden Geburtstags) zu werben.

Informationen erhalten Sie im Kath. Pfarramt St. Peter und Paul, Irlich. Spenden können eingezahlt werden auf: Kirchengemeinde Irlich, Kto.-Nr.: 900 700 947 bei der VR Bank Linz-Neuwied, BLZ 574 601 17 – Kennwort "Patenschaft Mocambique".